Erdbeben oder Pustesturm?
Hoch hinaus wollten die Kids aus der Vorschulklasse von Mrs. Christina. Kistenweise Zwergenbretter sollten in Riesentürmen verwandelt werden und natürlich nicht zusammenstürzen. Na gut – manchmal doch…
Am 19. Dezember war das CSS-Projekt „Sprache und Naturwissenschaft – gemeinsam sind wir stark“ zu Gast in der Vorschulklasse des Phorms Campus Hamburg. Projektleiter Boris Braun hatte seine Zwergenbretter mitgebracht und gemeinsam mit seinem Partner Daniel Roque Mendes war das Ziel, spiel- und erlebnisorieniert intuitive und kooperative Architektur auszuprobieren. Mit den Zwergenbrettern – kleine, robuste Eichenholzlamellen, die als Bauklötze in großer Zahl zu Verfügung gestellt wurden – konnte man wunderbar und recht stabil in die Höhe bauen. Die Einfachheit des Materials bescherte sehr schnelle Erfolgserlebnisse und motivierte die Kinder über sich hinaus zuwachsen. Im wahrsten Sinne des Wortes! In wenigen Minuten waren die Türme schon knie- oder hüfthoch gewachsen und selbstvergessen gab es kein Halten mehr: „Wie hoch kann mein Turm wachsen? Haben wir eine Leiter hier? Darf ich auf den Tisch steigen“
Ein besonders prächtiger, leicht windschiefer Turm, den Jaime, Jona, Leon und Finn bis in etwa 2m Höhe erbaut hatten, diente als Anschauungsobjekt für die Auswirkungen von Naturkatastrophen. Wie könnte man diesen Turm zum Einsturz bringen ohne ihn direkt zu berühren? Stürme, Erdbeben, Meteoritenschauer - gemeinsam probierte die Klasse verschiedene Naturkatastrophen aus. Der starke Pustesturm aus 20 Kinderlungen hätte bestimmt jeden Geburtstagskuchen vom Tisch gefegt, doch für unseren Turm reichte es nicht aus. Erst als die Vorschulklasse durch gemeinsames rhythmisches Hüpfen den ganzen Klassenraum erbeben ließ (manche meinen die ganze Schule hätte gewackelt), fing auch der Turm an zu wanken und stürzte unter großem Getöse und Applaus in sich zusammen.
Als nächstes Projekt sollte ein begehbare Brücke entstehen. Viele kleine Brückenpfeiler waren nötig, um eine lange Brücke quer durch das Klassenzimmer zu bauen. Begeistert packten alle Kinder mit an und schon bald war die hochgelegte Balancierstrecke fertig und bereit für einen ersten Probelauf. Alle wollten das etwa 30 cm hohe Bauwerk betreten und Katarina hatte das Losglück für die Premiere.
Leider stürzte das Bauwerk nach 3 von 5 Metern zusammen und aus der kleinen Lücke wurde im allgemeinen Tumult und einer freudvollen „Kleinholzparty“ ein flächendeckender Bretterberg. Doch bewiesen war - es geht!
Zum Abschluss wurde noch einmal frei gebaut und ein Wettstreit entbrannte, wer es noch bis zur Decke schaffte. Gewonnen haben am Ende alle: Die beiden Projektleiter mit dem höchsten Turm und alle Kinder mit einer Stunde voller Spaß und informeller Bildung.
Boris Braun
10. Februar 2012
